Wem gehört der Boden? Demeter begrüßt Niedersachsens Agrarstrukturgesetz

Wem gehört der Boden? Demeter begrüßt Niedersachsens Agrarstrukturgesetz

Boden für Landwirtschaft statt für Spekulation

Steigende Bodenpreise, immer größere Flächen in wenigen Händen und kaum Chancen für junge Landwirt:innen: Der Zugang zu landwirtschaftlichem Boden wird für viele Betriebe zur Existenzfrage. Mit seinem neuen Agrarstrukturgesetz will Niedersachsen gegensteuern. Demeter begrüßt den Beschluss als wichtigen Schritt für einen gerechteren Bodenmarkt und fordert andere Bundesländer auf, nachzuziehen.

Wer einen Hof übernehmen, einen Betrieb gründen oder zusätzliche Flächen bewirtschaften möchte, braucht vor allem eines: bezahlbares Land. Doch genau das wird zunehmend knapp. Zuletzt sind die Kauf- und Pachtpreise stark gestiegen. Für viele landwirtschaftliche Betriebe wird es damit immer schwieriger, sich weiterzuentwickeln oder ihre Existenz langfristig zu sichern. Besonders betroffen sind junge Menschen, die in die Landwirtschaft einsteigen wollen.

Mit dem am 7. Oktober 2026 beschlossenen Agrarstrukturgesetz setzt das Land Niedersachsen hier an. Das Gesetz, das im April 2027 in Kraft treten soll, soll überhöhte Kaufpreise begrenzen und verhindern, dass immer mehr landwirtschaftliche Flächen in wenigen Händen konzentriert werden. Auch sogenannte Share Deals, bei denen nicht die Flächen selbst, sondern Anteile an Unternehmen mit landwirtschaftlichem Grundbesitz gekauft werden, sollen künftig genehmigungspflichtig sein. Damit wird eine wichtige Lücke geschlossen. Zudem soll das Vorkaufsrecht für landwirtschaftliche Betriebe gestärkt werden, das bislang in der Praxis häufig ungenutzt bleibt.

„Niedersachsen hat erkannt, dass ein funktionierender Bodenmarkt kein Selbstläufer ist. Mit dem Agrarstrukturgesetz zieht das Land eine wichtige Grenze gegen Spekulation und übermäßige Flächenkonzentration. Das ist ein starkes Signal für unsere vielfältigen, ökologischen Betriebe und für diejenigen, die unsere Höfe übernehmen und in die Zukunft tragen möchten“, erklärt Thomas Morgenstern, Demeter-Landwirt und Referent für politische Arbeit bei Demeter im Norden.

Aus Sicht von Demeter setzt Niedersachsen mit dem neuen Gesetz ein wichtiges Zeichen gegen das Prinzip „Wachse oder weiche“. Damit vielfältige bäuerliche Betriebe und eine zukunftsfähige Landwirtschaft erhalten bleiben, braucht es faire Bedingungen beim Zugang zu Land.

Nun sind auch die anderen Bundesländer gefordert, wirksame Regeln gegen Bodenspekulation und übermäßige Flächenkonzentration zu schaffen.

Kontakt
Demeter e.V.
Susanne Kiebler – Pressesprecherin
Neckarstraße 19
12053 Berlin
Mobil: 0160 94955586
E-Mail: susanne.kiebler@demeter.de
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