Geplante Tierwohlkennzeichnung der Bundesregierung nicht zielführend für mehr Tierwohl und Ökolandbau

Geplante Tierwohlkennzeichnung der Bundesregierung nicht zielführend für mehr Tierwohl und Ökolandbau

Der Agrarpolitische Arbeitskreis Ökologischer Landbau Brandenburg kritisiert: Der jetzt vorgelegte Entwurf des Bundeslandwirtschaftsministerium für ein Tierwohllabel wird den Zielen nicht gerecht. Durch die Bündelung ökologischer und konventioneller Standards in einer Stufe wird die Verwirrung für die Verbraucher nur noch größer. Außerdem werden die Tierwohlleistungen der ökologischen Tierhalter völlig vernachlässigt.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium arbeitet seit Jahren an einem Tierwohllabel, um die Bedingungen der Tierhaltung für die Verbraucher transparent zu machen. Der jetzt vorgelegte Entwurf wird diesem Ziel nicht gerecht. Durch die Bündelung ökologischer und konventioneller Standards in einer Stufe wird die Verwirrung für die Verbraucher nur noch größer. Außerdem werden die Tierwohlleistungen der ökologischen Tierhalter völlig vernachlässigt.

Sascha Philipp, Sprecher des Arbeitskreises Ökologischer Landbau Brandenburg, äußert sich dazu wie folgt: „Die aktuellen Planungen für das neue Tierwohllabel sind ein Schlag ins Gesicht für die Biobauern, die sich tagtäglich für besonders hohe Tierschutzniveaus in ihren Ställen einsetzen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass es keine Stufe für die ökologische Landwirtschaft – als höchstem Tierwohlstandard in Deutschland – geben soll, welche obendrein auch noch bereits durch ein einheitliches und praxiserprobtes Kontrollsystem überwacht wird.“

Der Arbeitskreis Ökologischer Landbau Brandenburg fordert deshalb, die geplante dreistufige Tierwohlkennzeichnung der Bundesregierung um eine zusätzliche Qualitätsstufe für ökologische Produkte zu erweitern. Anderenfalls würden damit auch die brandenburgischen Ziele für mehr Ökolandbau gefährdet. Philipp weiter: „Das Land Brandenburg hat sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2024 20 % ökologische Landwirtschaft zu realisieren. Wenn wir dies schaffen wollen, dann ist der vorliegende Entwurf kontraproduktiv.

Mit der geplanten Tierwohlkennzeichnung des Bundeslandwirtschaftsministeriums würde sich die Situation für Ökobetriebe und an der Umstellung interessierten Betrieben weiter verschlechtern. Anstatt die Rahmenbedingungen für den Ökolandbau zu verbessern und damit ein stärkeres Wachstum der Branche zu ermöglichen, gelingt Klöckner mit dem nun vorgelegten Entwurf das Gegenteil.

Die geplante dreistufige Kennzeichnung lässt die besonders tierwohlorientierten Richtlinien der ökologischen Landwirtschaft außen vor. Stattdessen werden die Ökohaltungsbedingungen durch die Eingliederung in eine Stufe mit nicht vergleichbaren konventionellen Haltungsbedingungen degradiert und hinsichtlich ihrer Vermarktbarkeit geschwächt. Diese Ignoranz gegenüber der ökologischen Landwirtschaft bei der geplanten Tierwohlkennzeichnung ist auch vor dem Hintergrund der nationalen Ziele für mehr Ökolandbau völlig unverständlich.”

Um das brandenburgische Ziel zu erreichen, ist es dringend erforderlich, eine zusätzliche Stufe für Ökoprodukte einzuführen, um die Position des Ökolandbaus am Markt zu stärken. Diese vierte Stufe des Tierwohllabels muss den Tierhaltungskriterien der ökologischen Landwirtschaft entsprechen und somit ausschließlich die besonders hohen Ansprüche der ökologischen Landwirtschaft an die Tierhaltung kommunizieren. Dies würde dann auch tatsächliche Transparenz gegenüber dem Verbraucher darstellen. Die Eierkennzeichnung zeigt seit vielen Jahren, dass dieses Konzept gut funktioniert und vom Verbraucher angenommen wird.

Kontakt
Agrarpolitischer Arbeitskreis Ökologischer Landbau Brandenburg
c/o Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL) e.V.
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