Pestizide: Bayer und BASF betreiben ein schamloses Geschäft
Pestizide: Bayer und BASF betreiben ein schamloses Geschäft
- Datum 23. April 2020
- Kategorie Branchen-News
Pestizidvergiftungen bei Landarbeitern in Südafrika und indigenen Gruppen in Brasilien: dafür sind die deutschen Konzerne Bayer und BASF mitverantwortlich. Das zeigt unsere neue Studie „Gefährliche Pestizide von Bayer und BASF – ein globales Geschäft mit Doppelstandards“, die wir zusammen mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Misereor erarbeitet haben.
Anlass ist die Hauptversammlung der Bayer AG, auf der die Aktionäre des milliardenschweren Chemiekonzerns zusammentreffen. Wir finden: Es darf keine Geschäfte auf Kosten von Leben und Gesundheit der Menschen im globalen Süden geben!
Carbendazim, Chlorfenapyr und Saflufenacil. Dies sind nur drei der hochgiftigen Pestizide, die Bayer und BASF – zwei der drei größten Pestizidhersteller weltweit – exportieren. Einige der verkauften Pestizide enthalten dabei Wirkstoffe, die so gefährlich für Mensch und Umwelt sind, dass sie in Europa explizit verboten sind.
Für uns ist klar: damit verletzten Bayer und BASF ihre menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten massiv! Deshalb fordern wir das Bundeslandwirtschaftsministerium dazu auf, seine rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen und den Export von in der EU nicht genehmigten Pestizidwirkstoffen zu verbieten.
Bundesregierung muss Pestizidexporte verbieten
„Es ist ein großes Versäumnis mit fatalen Folgen, dass das Landwirtschaftsministerium die bestehenden rechtlichen Möglichkeiten bislang nicht ausnutzt“, kritisiert Lena Luig, unsere Referentin für Welternährung und globale Landwirtschaft. „Die Bundesregierung muss Frankreichs Beispiel folgen und dem Export von in der EU nicht genehmigten Pestizidwirkstoffen einen Riegel vorschieben.“ Die notwendigen Mittel dafür stehen dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zur Verfügung: Das Pflanzenschutzmittelgesetz ermöglicht das Verbot von Exporten von Wirkstoffen in Drittländer.
Die neue Studie haben wir zusammen mit unseren Partnern von der brasilianischen Campanha Permanente Contra os Agrotóxicos e Pela Veda (Permanente Kampagne gegen Agrargifte und für das Leben) und der südafrikanischen Organisation Khanyisa erstellt. So konnten wir die schweren Vergiftungen und anderen Erkrankungen bei Landarbeitern in Südafrika und indigenen Gruppen in Brasilien dokumentieren, die durch die Pestizide von Bayer und BASF verursacht werden.
Zur Studie „Gefährliche Pestizide von Bayer und BASF – ein globales Geschäft mit Doppelstandards“:
https://webshop.inkota.de/node/1605
Kontakt
INKOTA-netzwerk e.V.
Lena Luig – Referentin für Landwirtschaft und Ernährung
Chrysanthemenstr. 1-3
10407 Berlin
Tel.: 030 4208202-28
Fax: 030 4208202-10
E-Mail: luig@inkota.de
www.inkota.de