Die gestern publik gewordenen Zahlen zur Antragstellung der Öko‑Regelungen in 2026 zeigen eine erneute Steigerung gegenüber 2025.
Für die Öko-Regelung 1 (Bereitstellung nicht produktiver Flächen) bspw. hat das Jahr 2026 eine Steigerung um 80 % der Antragsfläche im Vergleich zum 1. Antragsjahr 2023 zu verzeichnen. Die Landwirtschaft beweist damit, dass sie bereit ist, ökologische Leistungen auszubauen – wenn diese politisch anerkannt und fair honoriert werden. Ottmar Ilchmann, agrarpolitischer Sprecher der AbL & Milchbauer aus Niedersachsen: „Mit den erneut gestiegenen Antragszahlen bestätigt sich der Grundgedanke der Öko‑Regelungen: Weg von pauschalen Flächenprämien – hin zu einer einkommenswirksamen Qualifizierung der Mittel.
Die Zahlen zeigen: Dieser Ansatz funktioniert. Betriebe reagieren positiv, wenn eine ökologische Wirkung auch an eine attraktive Honorierung gekoppelt ist. Gleichzeitig stellt sich immer mehr die Frage, wie die Politik mit diesen Erkenntnissen für die GAP ab 2028 umgehen will. Die Bundesregierung muss sich jetzt an die Seite der Betriebe stellen und eine Weiterführung der qualifizierten GAP-Mittel einfordern.“
Die Erkenntnisse aus dieser Förderperiode dürfen nicht ignoriert werden – sie müssen die Grundlage für die Weiterentwicklung der GAP bilden. Ein festgelegtes und ambitioniertes Ausgabenziel für Agrarumweltaktionen in der neuen GAP ab 2028 ist daher eine dringende Notwendigkeit. Gleichzeitig müssen Öko-Regelungen betrieblich machbar aber auch ökologisch wirksam gebaut sein.
Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Diskussion um die Öko-Regelung Weide erneut an Bedeutung. Weidehaltung liefert Klima‑, Biodiversitäts‑ und Tierwohlleistungen, die keine andere Wertschöpfungsform auf Grünland in dieser Breite erbringt. Sie muss in der kommenden Förderperiode endlich verlässlich bundesweit unterstützt werden. Die Bundesregierung kann schon heute tätig werden und die bisher noch gesetzlich vorgesehenen Öko-Regelungen zur Weidehaltung und zum Biotopverbund in 2027 umsetzen.