Mehr Geld für Fläche, zu wenig für Zukunft: Demeter kritisiert höhere Direktzahlungen 2027

Mehr Geld für Fläche, zu wenig für Zukunft: Demeter kritisiert höhere Direktzahlungen 2027

Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) hat angekündigt, die Direktzahlungen an landwirtschaftliche Betriebe im Jahr 2027 deutlich zu erhöhen, um Ernteausfälle zu kompensieren. Demeter kritisiert, dass damit zusätzliche Mittel pauschal über die Fläche verteilt werden sollen, statt sie gezielt für Bodenfruchtbarkeit, Wasserrückhalt, Biodiversität und eine klimaresiliente Landwirtschaft einzusetzen.

Die Folgen der Klimakrise sind auf den Feldern längst sichtbar: Ernteausfälle, Hitze und Trockenheit setzen landwirtschaftliche Betriebe unter Druck. Gerade jetzt muss Agrarpolitik mehr leisten, als aktuelle Verluste abzufedern. Sie muss die Voraussetzungen dafür unterstützen, dass Landwirtschaft auch unter schwierigen klimatischen Bedingungen zukunftsfähig bleibt.

„Landwirtinnen und Landwirte brauchen in der aktuellen Lage Unterstützung“, erklärt Jörg Hütter, politischer Sprecher von Demeter. „Doch das jetzige Agrarsystem durch noch höhere an die Fläche gebundene Direktzahlungen zu stützen, ist das falsche Signal. Damit wird vor allem der Status quo abgesichert, anstatt den notwendigen Umbau hin zu mehr Klimaresilienz voranzubringen. Echte Stabilität und Planungssicherheit entstehen nicht durch höhere Flächenprämien allein. Sie entstehen, wenn Politik Klimaschutz ernst nimmt und die Betriebe gezielt unterstützt, ihre Bewirtschaftung an die künftigen Herausforderungen durch Extremwetter anzupassen. Eine Landwirtschaft mit gesunden Böden, lebendigen Ökosystemen und einer ressourcenschonenden Bewirtschaftung ist die beste Versicherung gegen die Folgen der Klimakrise und die Grundlage für die langfristige Ernährungssicherung in Deutschland.

Gerade heute wurden die neusten Zahlen der Bio-Wasseruhr veröffentlich, die jährlich von der Qualitätsgemeinschaft Bio-Mineralwasser e.V. herausgegeben werden. Trotz Dürre sichert der deutsche Ökolandbau über 2,7 Milliarden Kubikmeter reines Grundwasser. Ökoflächen wirken dabei wie ein Schwamm. Sie lassen das wenige Regenwasser mehr als doppelt so gut in die Grundwasserspeicher einsickern wie konventionelle Flächen. Diese Zahlen zeigen, dass die Förderung einer ökologischeren Landwirtschaft ein zentraler Hebel ist, um die Landwirtschaft tatsächlich für zukünftige Dürren gut aufzustellen.“

Hintergrund:

Dem Vorhaben des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat entsprechend steigen die Direktzahlungen an die landwirtschaftlichen Betriebe von rund 4,1 Milliarden Euro 2026 auf 4,9 Milliarden im Jahr 2027. Die Mittel stehen 2027 ausnahmsweise zur Verfügung, weil im Vorfeld der neuen EU-Agrarförderperiode ab 2028 keine Umschichtung von Geldern aus der ersten in die zweite Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik erfolgt. Bisher wurden diese Mittel genutzt, um Agrarumwelt- und Ökosystemleistungen zu honorieren. Eigentlich war im Gesetzgebungsverfahren zur Festlegung der Direktzahlungen 2027 vorgesehen, die Mittel für 2028 vorzuhalten und damit die bisherige Praxis der Mittelverwendung fortzuschreiben.

Kontakt
Demeter e.V.
Susanne Kiebler – Pressesprecherin
Neckarstraße 19
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Mobil: 0160 94955586
E-Mail: susanne.kiebler@demeter.de
www.demeter.de