Innovationen in der Landwirtschaft: Vier neue Projekte starten
Innovationen in der Landwirtschaft: Vier neue Projekte starten
- Datum 28. August 2026
- Kategorie Branchen-News
„Blühverzögerung“, „DÜNGEcht“, „Gewolltes Gemüse“ und „MastiVision“: Landwirtschaftsministerium bewilligt 4,6 Millionen Euro im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft
Von der Frostvorsorge im Obstbau über intelligente Düngeempfehlungen bis hin zu innovativen Lösungen für Tiergesundheit und Kreislaufwirtschaft: Vier neue Projekte der Europäische Innovationspartnerschaft für Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft (EIP-AGRI) gehen in Brandenburg jetzt an den Start. Die Vorhaben verbinden wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischer Erfahrung aus den Betrieben und leisten einen Beitrag zu einer wettbewerbsfähigen, ressourcenschonenden und zukunftsorientierten Landwirtschaft. Dafür hat das Landwirtschaftsministerium mehr als 4,6 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln bewilligt.
Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt: „Die Landwirtschaft hat sich durch Innovationen und kluge Ideen zu einer hoch technologisierten Branche entwickelt. Satellitengesteuerte Traktoren, der Einsatz von Drohnen bei der Schädlingsbekämpfung, die präzise Dosierung von Dünger und Wasser, Roboter, die millimetergenau Unkraut jäten, oder moderne Sensortechnik zeigen, was heute bereits möglich ist. Gerade in der Landwirtschaft sind Innovationen lebenswichtig. Nur wenn es gelingt, auf immer neue Veränderungen flexibel zu reagieren und neue Lösungen in die Praxis zu bringen, können unsere landwirtschaftlichen Betriebe zukunftsfest bleiben. Mit der EIP-AGRI bringen wir landwirtschaftliche Praxis, Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Verbände und Beratungsorganisationen zusammen und schaffen Raum für innovative Lösungen. Brandenburg investiert damit gezielt in eine wettbewerbsfähige, nachhaltige und tiergerechte Land- und Ernährungswirtschaft.“
EIP-AGRI ist eine Fördermaßnahme der Europäischen Union. Ziel ist die Förderung von Innovationen und die Verbesserung des Wissensaustauschs im Bereich der Landwirtschaft. Dafür hat das Brandenburger Landwirtschaftsministerium für die aktuelle EU-Förderperiode 2023-2027 Fördergelder in Höhe von 25 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Bis Ende 2025 starteten bereits acht EIP-Projekte (mehr Informationen dazu auf der Internetseite https://eip-agri.brandenburg.de/eip-agri/de/). Im Rahmen des dritten Förderaufrufs haben nun vier weitere Projekte das Auswahl- und Antragsverfahren erfolgreich abgeschlossen und können ihre Arbeit aufnehmen.
Die vier neuen EIP-Projekte werden in den kommenden Jahren neue Ansätze für den Obst- und Gemüsebau, die Tierhaltung sowie den Ackerbau erproben und zur Praxisreife bringen. Sie zeigen beispielhaft, wie durch Kooperation innovative Ansätze entstehen können, die die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft stärken und gleichzeitig einen Beitrag zu Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz leisten.
Mit dem Projekt „Blühverzögerung“ (Blühverzögerung bei Obstbäumen zur Erhöhung der Ertragssicherung) sollen, unter Leitung der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau und Arboristik e.V., Obstbaubetriebe besser gegen die zunehmenden Risiken von Spätfrostschäden geschützt werden. Hintergrund ist die durch den Klimawandel immer früher einsetzende Obstblüte, die häufig mit Frostereignissen im Frühjahr zusammentrifft. Das Projekt entwickelt ein Verfahren zur gezielten Verzögerung der Blüte durch automatisierte Überkronenberegnung und Verdunstungskühlung. Ergänzt wird der Ansatz durch innovative Mess- und Steuerungstechnik, die eine effiziente Anwendung unter Praxisbedingungen ermöglichen soll. Ziel ist eine höhere Ertragssicherheit für Obstbaubetriebe in Brandenburg.
In dem Projekt „DÜNGEcht“ (Dünge-Entscheidungssystem mit Echtzeitdaten) entwickelt das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e.V. gemeinsam mit anderen Projektpartnern ein digitales Entscheidungssystem für die Stickstoffdüngung im Ackerbau. Hierfür werden Fernerkundungsdaten, Wettervorhersagen, Pflanzenmodelle und aktuelle Marktdaten miteinander verknüpft. Landwirtinnen und Landwirte sollen dadurch fundierte Empfehlungen zum optimalen Zeitpunkt und zur passenden Menge der Stickstoffdüngung erhalten. Das Vorhaben soll dazu beitragen, Betriebsmittel effizienter einzusetzen, Erträge zu sichern und gleichzeitig Umweltbelastungen durch Stickstoffauswaschung zu verringern.
Mit dem Projekt „Gewolltes Gemüse“ (Gemeinschaftsprojekt für schafwollbasierten, terminierbaren, effizienten und schnellverfügbaren Dünger im Gemüsebau) wird ein bislang wenig genutzter regionaler Rohstoff, unter Federführung der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg e.V., innovativ genutzt. In Brandenburg fallen jährlich erhebliche Mengen Schafwolle an, die häufig kostenpflichtig entsorgt werden müssen. Aus dieser Wolle wird ein innovativer Dünger für den Gemüsebau entwickelt, dessen Nährstofffreisetzung gezielt an den Bedarf der Pflanzen angepasst werden kann. Durch die Aufbereitung und biologische Aktivierung der Wolle entsteht eine nachhaltige Alternative zu Düngern aus Schlachtnebenprodukten. Gleichzeitig stärkt das Vorhaben regionale Stoffkreisläufe und eröffnet neue wirtschaftliche Perspektiven für Schäfereibetriebe.
Das vom IFN Schönow e.V. geleitete Projekt „MastiVision“ (Automatisierte Mastitisdiagnostik zur Verbesserung von Eutergesundheit, Produktivität und Wirtschaftlichkeit in der Brandenburgischen Milchwirtschaft) richtet sich an Milchviehbetriebe und verfolgt das Ziel, die Eutergesundheit von Milchkühen nachhaltig zu verbessern. Hierfür werden moderne Verfahren der künstlichen Intelligenz mit innovativer Labordiagnostik kombiniert, um Mastitiserreger schneller und präziser zu identifizieren. Auf Basis der gewonnenen Daten sollen betriebsindividuelle Management- und Behandlungsempfehlungen entwickelt werden. Durch eine gezieltere Therapie können der Antibiotikaeinsatz reduziert, Tiergesundheit und Tierwohl verbessert sowie die Wirtschaftlichkeit der Milchviehhaltung gestärkt werden.
Kontakt
Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft,
Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg
Henning-von-Tresckow-Straße 2-13
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Tel.: 0331 866-7019
E-Mail: Pressestelle@mleuv.brandenburg.de
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