Biomanufaktur Havelland legt weiter zu – Aufbau einer eigenen Schlachtung denkbar
Biomanufaktur Havelland legt weiter zu – Aufbau einer eigenen Schlachtung denkbar
- Datum 26. Februar 2021
- Kategorie Branchen-News
Die Biomanufaktur Havelland in Velten konnte 2020 einen deutlichen Umsatzschub verzeichnen.
Im Jahr der Pandemie konnte der größte Bio-Fleisch- und -Wurstverarbeitungsbetrieb Brandenburgs einen Umsatz von 16,8 Millionen Euro erzielen. Dies bedeutet ein Wachstum von 30,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Die Leute waren mehr zuhause, kochten mehr und gingen weniger essen. Das hat sich an den Fleischtheken der Bio Company spürbar gezeigt. Dies hat auch unsere Einbußen in der Gastronomie überkompensieren können“, so Thomas Schubert, Geschäftsführer der Biomanufaktur Havelland.
Zeitweise waren sogar die Tiere am Markt knapp, was sich auf eine höhere Preisentwicklung ausgewirkt hat. Investiert werden konnte 2020 auch, so wurde ein neuer Slicer für die SB-Wurstproduktion angeschafft im Wert von 60.000 Euro. Mittlerweile beschäftigt das Unternehmen 65 Mitarbeiter, darunter einen Azubi. Für die Zukunft plant Schubert noch mehr Eigenverantwortung zu übernehmen. Erste Ideen, gemeinsam mit Partnern mittelfristig eine eigene, regionale Schlachtung zu errichten, gibt es bereits. Für Details sei es jedoch noch zu früh, so Schubert.
Weiterer Ausbau: Sortiment und Gebäude
In diesem Jahr wird die erfolgreiche Convenience-Linie „Take it easy“ um weitere Gerichte ausgebaut. Die bislang vegane Linie soll nun Bowls mit Fleisch-Topping erhalten. Die Produkte werden direkt in Velten in der hauseigenen Küche zubereitet und über die Bio-Company-Filialen vertrieben. „Damit wollen wir auch die so genannten Flexitarier ansprechen“, erläutert Schubert. Die Biomanufaktur Havelland wird dazu den Küchenbereich ab 2021 erweitern, auch die Verpackungstrecke und Kommissionierung sollen mehr Platz erhalten. Dazu wird eine Etage auf den bestehenden Bau aufgestockt. So kann neben den bisherigen 2.000 m2 bis zu 1500 m2 Fläche gewonnen werden. Auch für die Entwicklung neuer Fleischprodukte hat Schubert bereits Ideen.
Fleisch-Sommelier
So hat der Geschäftsführer in 2020 eine Ausbildung zum Fleischsommelier mit abschließender Prüfung vor der Handwerkskammer Frankfurt absolviert. Neben Special Cuts habe man viel über Garverfahren (Sous-Vide), Mikrobiologie und Reifeverfahren gelernt wie Dry Age und Wet Age. Ebenso viel über Gewürze und Marinaden, berichtet Schubert. „Hier gibt es Einiges, was in die Produktentwicklung einfließen kann“, verrät er. Und freut sich auf einen weiteren Wachstumskurs. „Auch unsere Gastronomiekunden werden irgendwann wieder aufmachen“, so der Metzgermeister.
Über das Unternehmen
Die Biomanufaktur Havelland produziert neben Fleisch- und Wurstwaren für Frischetheken auch die SB-Waren für die Kühltheken der Bio Company. Außerdem beliefert der Betrieb weitere Biokunden, daneben Sportvereine, Verkehrsbetriebe, öffentliche Einrichtungen und auch die Gastronomie. Der Betrieb produziert ca. 2,5 Tonnen Wurst täglich. 150 Schweine und 30 bis 50 Rinder werden hier wöchentlich verarbeitet. Das Sortiment umfasst insgesamt ca. 300 Artikel. Am bekanntesten sind die Produkte vom Havelländer Apfelschwein und vom Uckermärker Rind. Das Unternehmen ist eine 100%ige Tochter der Bio Company GmbH. www.biomanufaktur-havelland.de
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