Aktuelle Wetterlage verdeutlicht Notwendigkeit, Agroforstsysteme und Hecken über das Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz (ANK)“ zu fördern

Aktuelle Wetterlage verdeutlicht Notwendigkeit, Agroforstsysteme und Hecken über das Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz (ANK)“ zu fördern

Der DeFAF e.V. sieht die Förderung von Agroforst und Hecken als unbedingt notwendigen Beitrag zur Vermeidung von Klimafolgeschäden

Die gute Nachricht vorweg: Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) plant, über das Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz (ANK) ab 2025 100 Mio. € für die Anlage von Agroforstsystemen und Hecken bereitzustellen. Neben den Leistungen für den Klimaschutz durch Bindung von CO2 ist diese Förderung insbesondere eine geeignete Maßnahme, um die Gesellschaft gegen zunehmende Wetterextreme im Zuge des Klimawandels zu wappnen.

Agroforstsysteme und Hecken können z.B. bei Starkregenereignissen wie derzeit in Baden-Württemberg und anderen Teilen Deutschlands mehr Wasser in der Fläche halten und so Wassererosion und Schäden durch Hochwasser schmälern. Insbesondere auf Flächen mit starker Hangneigung können Gehölze einen großen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten. Vor allem wenn die Gehölzreihen entgegen der Hangneigung gepflanzt werden, verringert sich die Geschwindigkeit des herabfließenden Wassers. Außerdem wird das Wasser gleichmäßiger auf der Fläche verteilt und von den Wurzeln der Gehölze aufgenommen. Hierdurch werden nicht nur Schäden auf der Fläche selbst deutlich verringert, sondern auch außerhalb dieser, denn die Beseitigung von Schäden auf Straßen und in Siedlungen durch abgetragenem Boden und Wasser ist immens und kostet jährlich viele Millionen Euro. Die Anlage von Agroforstsystemen und Hecken ist also auch volkswirtschaftlich von sehr großem Nutzen.

„Agroforstsysteme, Hecken in der Agrarlandschaft oder der Aufbau von Humus sind von entscheidender Bedeutung, damit Wasser gut im Boden aufgenommen und in der Landschaft gehalten wird“ (Erntebericht 2024, BMEL)

Die Förderung von Agroforst und Hecken über das ANK wird über eine zweckgebundene und zusätzliche finanzielle Aufstockung des GAK-Rahmenplans ermöglicht. Somit können die Bundesländer eine Agroforst- und Heckenförderung etablieren, ohne dass andere GAK-Maßnahmen gekürzt werden müssen. Die Bundesländer können hierfür also mehr Bundesmittel abrufen, als ihnen nach dem Verteilerschlüssel normalerweise zustehen würden. Voraussetzung hierfür ist, dass in den Bundesländern noch dieses Jahr Förderrichtlinien zur Anlage von Agroforstsystemen und Hecken geschaffen werden. Unter www.agroforst.jetzt ist eine Übersicht zur aktuellen Fördersituation in den einzelnen Bundesländern zu finden.

Damit Landbewirtschaftende Agroforstsysteme und Hecken auf ihren Feldern pflanzen und die Förderung über das ANK in Anspruch nehmen, muss die Investitionsförderung unbürokratisch und ausreichend hoch sein, um einen wesentlichen Teil der Anlagekosten zu decken. Ferner ist eine mögliche Nutzung dieser Gehölze ausschlaggebend. Nur wenn die Gehölze als integraler Teil der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung gesehen werden, kann eine Anlage flächendeckend erfolgen.

Für eine effiziente Umsetzung dieser Maßnahme müssen die Landbewirtschaftenden aktiv mit einbezogen und ihr Beitrag zum Hochwasser- und Klimaschutz unterstützt werden. Eine Förderung zur Neuanlage von Agroforstsystemen und Hecken stellt dabei einen wichtigen Meilenstein dar.

Kontakt
Deutscher Fachverband für Agroforstwirtschaft e.V.
Karl-Liebknecht-Straße 102 Haus B
03046 Cottbus
Tel.: 0355 752 132 43
E-Mail: pr@defaf.de
www.defaf.de