Der DeFAF e. V. bietet anwendungsorientierte Expertise für die Umsetzungsstrategie an.
Das Klimaschutzprogramm 2026 (KSP 2026) wurde am 25. März 2026 vom Bundeskabinett verabschiedet und enthält 90 Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele, darunter prominente Ziele im Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF). Der LULUCF-Sektor soll bis 2030 eine netto negative Emissionsbilanz von -25 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten erreichen, was zusätzliche CO₂-Senken wie Agroforstsysteme (AFS) priorisiert.
Die Bundesregierung misst Agroforstsystemen eine herausragende Rolle für den Klimaschutz bei. Agroforstsysteme zählen als effektive Maßnahme zur Treibhausgas (THG)-Minderung und -Bindung in Böden und Biomasse. Landwirte profitieren von multifunktionaler Flächennutzung mit CO₂-Senken und vom Einfluss auf das lokale Klima bezogen auf Temperatur und Niederschlag bei entsprechender Skalierung, sowie Biodiversität und Ertragssicherung.
Die Maßnahme „Investitionsförderung zur Einrichtung von Agroforstsystemen und Anlage von Hecken“ beziffert für AFS und Hecken ein Treibhausgasminderungspotenzial von bis zu 13,47 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent pro Jahr im Jahr 2045 – ein substanzieller Beitrag zu den Klimazielen des Agrar- und LULUCF-Sektors. Der Deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) e. V. begrüßt ausdrücklich, dass Agroforstwirtschaft damit als zentraler Baustein einer zukunftsweisenden, integrierten Landnutzungsstrategie anerkannt wird.
Dr. Christian Böhm, Vorstandsvorsitzender des DeFAF, verweist auf Handlungsbedarf zur Zielerreichung: „Agroforstsysteme verbinden Klimaschutz, Biodiversität und landwirtschaftliche Resilienz. Damit sie jedoch ihr volles Potenzial entfalten können, müssen bereits heute die politischen, rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen geschaffen werden. Die Erfahrungen aus dem GAP-Strategieplan für die Bundesrepublik Deutschland zeigen deutlich: Ohne ausreichende Förderattraktivität und klare rechtliche Rahmenbedingungen bleiben ambitionierte Flächenziele unerreicht. Dieses Risiko gilt es für Agroforstsysteme zu vermeiden.“